Fränkische Schneeballen

Hallo ihr Lieben!

Kennt ihr Schneeballen? Ich habe sie zum ersten Mal in Bad Windsheim (Mittelfranken) beim Besuch im Freilichtmuseum gegessen und habe mich sofort in sie verliebt. Als ich das der Schwiegermutter meiner Tochter (die auch in Mittelfranken lebt) erzählt habe, hat sie versprochen sie mal mit mir zu machen. Am letzten Wochenende war es dann soweit 🙂 Schneeballen sind ein typisch fränkisches Festgebäck. Warum Festgebäck? Weil die Herstellung sehr aufwendig ist, sie werden daher meist nur an bestimmten Familienfesten wie Hochzeiten, Kommunionen, Konfirmationen oder zu runden Geburtstagen gemacht. Ich habe noch etwas gelernt: Das „Fränkische Bündel“ ist ein Kuchen-Paket (Streuselkuchen, Gugelhupf, Hefezopf, Zimtrollen und eben Schneballen). Man hat es früher zu Hause gebacken, in ein Tuch eingeschlagen und zu Festlichkeiten an Nachbarn und Freunde verteilt. Wie ich gehört habe macht man das nicht mehr, aber es war ein schöner Brauch, liebe Menschen zu beschenken und ihnen damit zu zeigen, was sie einem bedeuten.

Zutaten für etwa 17 Schneeballen:

  • 12 Eigelb
  • 2 Eier
  • 2 EL Zucker
  • 4 EL zerlassene Butter
  • 1 Prise Salz
  • 1 kleines Glas klarer Schnaps (bei mir war es weißer Rum)
  • 8 EL Schmand
  • etwa 750g Mehl

Und noch:

  • 2,5 kg Fett (bei mir Biskin) für einen Topf von 20cm Durchmesser und 17cm Höhe, zum Ausbacken
  • Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:

Zuerst Eigelbe und ganze Eier schaumig rühren, nacheinander die anderen Zutaten zugeben und in einer Küchenmaschine zu einem festem Teig verarbeiten.

Biskin in einen Topf geben, bei niedrieger Temperatur schmelzen lassen und zur Seite stellen.

Dann den Teig auf eine bemehlten Arbeitsfläche geben und mit den Händen verkneten (nach Bedarf noch etwas Mehl zugeben, bis der Teig nicht mehr klebt!). An dieser Stelle kommt ein Tipp von mir: den Teig so lange abwechselnd kneten und auf die Arbeitsfläche schlagen (einfach kräftig werfen!), bis er richtig glatt geworden ist und sich Luftbläschen gebildet haben. Durch das Schlagen wird der Teig geschmeidig und zart und die Luftbläschen sind wiederum ein Qualitätsmerkmal!

Aus dem Teig 17-18 Kugeln formen (sie sollten um die 80g wiegen) und sie noch mal kurz glatt verkneten.

Die Kügelchen mit einer Teigrolle sehr dünn ausrollen, sodass man durch den Teig sehen kann (wie man auf meinem Bild sieht!).

Die dünnen Teigstücke auf den Tisch (überdeckt mit einer alte Tischdecke) legen und etwa 10-15 Minuten trocknen lassen. Hier müsst ihr beachten, dass man mit dem erst gelegten Teig beginnt weiter zu machen, weil er länger auf dem Tisch liegt als die anderen.

Die Teigstücke mit einem Teigrädchen in ca. 1cm breiten Streifen schneiden (aber nicht durchschneiden!), sondern einen ca. 1cm breiten Rand frei lassen.

Auf einen Kochlöffel auffädeln (jeden zweiten Strang nehmen).

Teigstreifen locker in die Schneeballenform (ich habe meine im Internet bestellt) legen, etwas drehen und die Form gut verschließen.

Das geschmolzene Biskin bei mittlerer Temperatur erwärmen. Hier kommt der kniffligste Teil des Ganzen! Die Fett-Temperatur darf nicht zu heiß werden, weil die Gefahr besteht dass die Schneeballen von außen zu dunkel und von ihnen roh bleiben. Hier noch ein Tipp: den Stiel des Kochlöffels in das Fett tunken – wenn sich drumherum Bläschen bilden, sollte die Backtemperatur passen! Die Schneeballenform in das heiße Fett tauchen und die Form langsam drehen. Nach 2,5-3 Minuten sollten die Schneeballen fertig sein. Sie müssen auf jeden Fall hellbraun bleiben. Vorsichtig die Form öffnen und den Schneballen auf einem Bachblech (mit Küchentüchern belegt!) abtropfen und abkühlen lassen.

Nach dem Auskühlen die Schneeballen reichlich mit Puderzucker bestäuben und genießen. In einer Metalldose halten sie sich bis zu zwei Wochen. Wenn ihr sie so lange lagern wollt, legt sie ohne Zuckern in die Dose und bestäubt sie erst kurz vor dem Verzehr mit Puderzucker.

Ich habe ein paar verschenkt und den Rest wie Gold behütet. Ich freute mich jeden Tag wieder auf meinen Nachmittagskaffee und den Schneeballen dazu. Zuerst hatte ich Bedenken, ob ich sie alleine wieder machen werde, weil die Arbeit beachtlich ist – aber so im Nachhinein bin ich mir sicher, dass ich mich der Herausforderung immer wieder gerne stellen werde 🙂 An dieser Stelle bedanke ich mich nochmal von Herzen bei Karin und Arnold. Diesen Tag werde ich nie vergessen!

Ich fand es sehr komisch, dass ich auf Instagram oder im Internet sehr wenige Beiträge von selbstgemachten Schneeballen gefunden habe. Aber eines kann ich euch sagen: Die 6 Stunden Arbeit haben sich gelohnt! Ich bin mutiger geworden und bin mir sicher, dass das Schneeballen-Backen in meiner Familie fortgesetzt wird 🙂

Eure Jadranka

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